Was ist CBD?

CBD ist die Abkürzung für Cannabidiol und eines von vielen sogenannten aktiven Cannabinoiden in der Hanfpflanze, das mit unserem Endocannabinoid-System im Körper interagiert.

Doch warum ist CBD in aller Munde und woher stammt es überhaupt? Dieses natürliche Element blickt bereits auf eine sehr lange Geschichte zurück. Warum und wie wir bereits seit langer Zeit von der Hanfpflanze profitieren und wie es zu der Wiederentdeckung kam, erklärt dieser Beitrag. Zusätzlich erfährst du mehr über die Funktionsweise und die Anwendung von CBD Produkten sowie über aktuelle Forschungsergebnisse.

Grundsätzlich besteht die Hanfpflanze aus vielen Inhaltstoffen. Bisher konnten knapp 500 davon bestimmt werden. Neben TerpenenFlavonoiden und anderen Pflanzenstoffen, haben die Phytocannabinoide, wozu auch CBD zählt, eine besondere Rolle. Es konnten bislang mehr als 100 dieser Phytocannabinoide nachgewiesen werden. Am bekanntesten sind die Tetrahydrocannabinole (THC), Cannabidiole (CBD), Cannabinole (CBN) sowie Cannabigerole (CBG). 

Was ist Cannabidiol (CBD)?

Wussten Sie schon, dass...

  • bis vor etwa 100Jahren über 50% der Schmerz- und Entzündungsmittel auf Cannabis basierten?
  • Hanföl, CBD und viele andere Inhaltsstoffe der Hanfpflanze keinerlei psychoaktive Wirkung haben und im Sinne des allgemeinen Wohlbefindens eingesetzt werden können. Auch die WHO stuft Cannabidiol (CBD) als unbedenklich ein.
  • Hanf kann nahezu komplett verarbeitet werden - so können aus den Fasern z.B. auch Kleidung und Stoffe gefertigt werden. Außerdem kann der Anbau von der EU gefördert werden.

Was macht CBD im Körper?

Der nicht-psychoaktive Inhaltsstoff Cannabidiol dockt an verschiedene Rezeptoren im Endocannabinoidsystem an. Dieses kann als Schaltzentrale zwischen Körper und Gehirn gesehen werden. Es besteht aus verschiedenen Rezeptoren, an welche Moleküle andocken, um die Vermittlung von Signalen sicherzustellen. 

 

Endocannabinoid System Funktion

 

Mehr zur Funktion des Endocannabinoid System

In diesem System wirken Endocannabinoide, spezielle Wirkstoffe, die vom Körper selbst produziert werden. Zusätzlich gibt es exogene Cannabinoide, die ähnlich den eigens produzierten im Endocannabinoid-System wirken, jedoch von außen zugeführt werden müssen. Unabhängig ob eigens produziert oder zugeführt, binden sich die jeweiligen Substanzen an die Rezeptoren, um verschiedene Vorgänge zu aktivieren.[1]

Woraus wird CBD gewonnen?

Cannabidiol wird aus der Hanfpflanze extrahiert. Zur Extraktion und Isolierung von CBD gibt es eine Reihe unterschiedlicher Möglichkeiten – die hochwertigste Methode ist die Extraktion mit überkritischem Kohlenstoffdioxid. [2]

Dem CO2 wird hierbei eine besondere Rolle zuteil - denn in der sogenannten Extraktion ist CO2 in der Lage, bestimmte Stoffe voneinander zu trennen. So kann beispielsweise ein Extrakt gewonnen werden, das reich an Terpenen und Cannabinoiden ist, jedoch kein THC mehr enthält.

Die CO2 Extraktion zählt zu den aufwändigsten und reinsten Verfahren. Sie ist auch aufgrund der geringen Umweltschädlichkeit sehr beliebt.

Mit diesem schonenden Extraktionsverfahren bleiben die wertvollen Inhaltsstoffe der Hanfpflanze bestehen. Nach dem Durchlauf entsteht ein rohes Öl, welches in einem zweiten Prozess, der Decarboxylierung, noch gründlich gefiltert werden muss. Das Endprodukt ist dann ein natürliches Vollspektrum Extrakt.

Bedeutende, erforschte Wirkungsmechanismen von CBD

Viele CBD Hersteller werden zurecht bestraft für untragbare gesundheitsbezogene Aussagen. So gibt es Hersteller, die damit werben, dass CBD die Lösung sein kann um Krebs zu behandeln. Solche Aussagen sind wissenschaftlich nicht belegt und hochgradig unseriös (und fahrlässig). Was wir bisher über die Wirkungsmechanismen wissen, spielt sich in einem anderen Bereich ab. Es ist noch zusätzliche Forschung notwendig, aber CBD zeigt das Potential für die Unterstützung bei Angststörungen, Schlaflosigkeit und zum Beispiel chronischen Schmerzen. [3]

  • CBD bindet an den GPR55- und 5-HT1ARezeptor,  wodurch eine entzündungshemmende Wirkung ergänzt werden kann. [4] [5]
  • CBD stimuliert wie Capsaicin den Vanilloid-Rezeptor Typ1. Diese Stimulierung kann zu einer schmerzhemmenden Wirkung beitragen. Gerade im Bereich von CBD und Schmerzen sind weitere, spannende Studien im Gange [6].
  • CBD hat das Potential, Symptome von psychotischen Leiden und Angststörungen zu reduzieren. [7]

Anwendung von Cannabidiol (CBD)

Wichtig ist es, den Köper langsam an CBD zu gewöhnen und bei der Dosierung dementsprechend vorzugehen.

Wirklich falsch kann man CBD Tropfen nicht dosieren. Natürlich ist es möglich, dass die Dosis zu gering gewählt wird. Auch eine Überdosierung ist möglich, die jedoch keine klassische Nebenwirkungen mit sich bringt, wie man es von Arzneimitteln kennt. Es können zum Beispiel bei einer deutlich zu hohen Dosierung in der Anfangsphase leichte Kopfschmerzen auftreten. 

Für den Einstieg mit Öl solltest du mit dem 5 % CBD Öl anfangen.

Der Vorteil hierbei ist auch, dass das erste Produkt einige Wochen ausreicht. Beginnen kannst du mit ein bis drei Tropfen täglich. Diese Menge wird für 5-7 Tage beibehalten und anschließend kannst du auf die täglich empfohlene Tagesmenge von 5 Tropfen erhöhen.

Wie nimmt man CBD richtig ein?

Es empfiehlt sich, die Tropfen unter die Zunge zu träufeln und dort ca. 60 Sekunden zu belassen, bevor man diese schluckt. Von hier wird die Substanz über die Mundschleimhaut aufgenommen und es kommt rasch zum gewünschten Effekt.

Einnahme CBD

Worauf muss ich beim Kauf von CBD Produkten achten?

  • Ist der CBD Anteil angegeben?
    • CBD Öle in 10ml Fläschchen (Standard) aus CO2-Extraktion sind bei einer Konzentration von 5 % auf 500mg CBD/CBDa pro Flasche eingestellt, bei einer Konzentration von 10% auf 1000 mg CBD/CBDa. Ein 10 ml Fläschchen enthält in der Regel ca. 300 Tropfen.
    • Welches Trägeröl wurde eingesetzt?
      • Achte darauf, dass ein qualitativ hochwertiges Trägeröl verwendet wird – bestenfalls wurde Hanfsamenöl als Trägeröl verwendet. Eine weitere gute Alternative ist MCT-Öl, gewonnen aus der Kokosnuss.
      • Sind Verzehrempfehlungen angegeben?
        • Zur Orientierung müssen die Empfehlungen für den täglichen Verzehr angegeben werden.
        • Gibt es Verkehrsfähigkeitsbescheinigungen und Analysezertifikate aus dem Labor?
          • Achte bei den Laboranalysen immer darauf, ob das Labor auch akkreditiert ist und ob die CBD/CBDa und THC Werte den Angaben entsprechen.

           

          Haftungsausschluss und allgemeiner Hinweis zu medizinischen Themen

          Relevante Studien:

          [1] Park, Sang-Hyuck. (2020). Therapeutic Implications of Cannabidiol for Humans. Journal of Acupuncture and Meridian Studies. 13. 76-77. 10.1016/j.jams.2020.03.035. 

          [2] Grotenhermen, et al. (2015). Cannabidiol – CBD – Ein cannabishaltiges Compendium. Solothurn: Nachtschattenverlag

          [3] Grinspoon, P. (2020). Cannabidiol (CBD) - what we know and what we don't. Retrieved May 08, 2020, from https://www.health.harvard.edu/blog/cannabidiol-cbd-what-we-know-and-what-we-dont-2018082414476

          [4] Li, Kun & Feng, Jia-Yan & Li, Yong-Yu & Lin, Xu-Hong & Yu, Liang-Ying & Li, Yan-Na & Feng, Ya-Jing & Storr, Martin. (2012). Anti-Inflammatory Role of Cannabidiol and O-1602 in Cerulein-Induced Acute Pancreatitis in Mice. Pancreas. 42. 10.1097/MPA.0b013e318259f6f0. 

          [5] Thapa, D., Cairns, E. A., Szczesniak, A., Toguri, J. T., Caldwell, M. D., & Kelly, M. E. (2018). The Cannabinoids Δ8THC, CBD, and HU-308 Act via Distinct Receptors to Reduce Corneal Pain and Inflammation. Cannabis and Cannabinoid Research, 3(1), 11-20. doi:10.1089/can.2017.0041

          [6] Bisogno, T., Hanuš, L., Petrocellis, L. D., Tchilibon, S., Ponde, D. E., Brandi, I., . . . Marzo, V. D. (2001). Molecular targets for cannabidiol and its synthetic analogues: Effect on vanilloid VR1 receptors and on the cellular uptake and enzymatic hydrolysis of anandamide. British Journal of Pharmacology, 134(4), 845-852. doi:10.1038/sj.bjp.0704327

          [7] Mandolini, G., Lazzaretti, M., Pigoni, A., Oldani, L., Delvecchio, G., & Brambilla, P. (2018). Pharmacological properties of cannabidiol in the treatment of psychiatric disorders: A critical overview. Epidemiology and Psychiatric Sciences, 27(4), 327-335. doi:10.1017/S2045796018000239